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Auf der Suche nach der verlorenen Welt

Gerhard Fitzthum beleuchtet die dunkle Seite unserer digitalen Wunderwelt, analysiert den von ihr ausgelösten Verlust an Bodenhaftung und navigiert durch die Ideologiegeschichte einer Kultur, die uns anfällig macht für die Angebote der Weltabkehr, welche die Tech-Konzerne zuverlässig liefern.

In zehn Einzelbetrachtungen befasst er sich mit der Selbstauslieferung an Navigationsprogramme, die uns den letzten Rest an Eigenorientierung nehmen, der panischen Grundstimmung, die durch die Zuflucht zu medialen Zerstreuungen nur noch verstärkt wird, der Zerstörung des öffentlichen Raums und den verzweifelten Versuchen, sich einen Rückweg in ein Dasein zu bahnen, in dem man sich noch wirklich lebendig fühlt.

Fitzthums Fazit: Wir nähern uns dem Punkt, an dem wir uns entscheiden müssen – für eine Art terrestrischer Resozialisierung oder die freischwebende Existenz im Tsunami der Zeichen und Simulationen. Auch wenn der multimediale Overkill keine Grenzen zu kennen scheint, haben wir es immer noch in der Hand oder genauer gesagt in den Füßen, der Entfremdung Einhalt zu gebieten: durch die Bewegung unter freiem Himmel, bei der »auch die Muskeln ein Fest feiern«, wie es bei Nietzsche heißt.

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